La rue de la Monnaie - rue piétonne
De la ville haute à la ville basse
Die Rue de la Monnaie hat zu allen Zeiten die Ober- und Unterstadt miteinander verbunden. Sie ist auch heute noch sehr belebt und eine der Hauptgeschäftsstraßen. Gleichzeitig ist sie die einzige Fußgängerzone. Sie befinden sich jetzt zwischen zwei typischen mittelalterlichen Häusern,die unter Denkmalschutz stehen mit ihren Holzgiebeln und Auskragungen... Das Haus zur Linken stammt aus dem Jahre1540; das rechte, welches eine Bücherei beherbergt, wurde erst neulich restauriert und stammt ebenfalls aus dem 16.Jh. Das verwendete Holz stammt aus den benachbarten Wäldern und das Gestein des Erdgeschosses ausden zahlreichen Steinbrüchen der Region. Das Füllmaterial zwischen den Balken besteht aus einem Gemisch von Kiesel und Tonerde; Ziegel wurden niemals verarbeitet. Dieses Mauerwerk erhielt beidseitig einen Verputz, wobei die Holzbalken ausgespart wurden.
Le Saint-Accroupi
Maison du XVème siècle
Sie befinden sich jetzt vor dem Restaurant. Die Keller dieses Lokals dienten einst als private Münzstätte der Grafen von Nevers, wie der Balken über der Tür bezeugt. Die Münzprägestätte existierte scheinbar bis Mitte des 14. Jh.Richten Sie Ihr Augenmerk auf die beiden Wolfsfratzen an den beiden Balkenenden. Man kann auch zwei Medaillons und das Wappen der Grafen von Nevers erkennen. Das Haus selber stammt aus dem 15. Jh.
Wahrscheinlich war es eine Herbergsstelle für die Jacobs Pilger auf ihrer Pilgerfahrt.In der Tat scheint die Skulptur des Heiligen Beters oder des Heiligen Eutropius, welche sich unter dem Eckkerker des Hauses befindet, den Pilgern als Wegmarkierung gedient zu haben.
An der EckeRue de la Monnaie und den Treppen der Rue du Canal sehen Sie einen kleinen Turm mit einer Wendeltreppe im Innern. Er gehört zum Stadthaus Hôtel de Marande, dem Namen einer in Clamecy ansässigen Familie des 16. Jh. Jacques de Marande, sicherlich der Berühmteste, wurde im Jahre1540 geboren und war der Privatsekretär des Erzbischofs von Reims und Domherr der dortigen Kathedrale. Er war nicht nur ein gelehrter Theologe, sondern auch der Verfasser zahlreicher religiöser Schriften.
Hinter Ihnen, oberhalb der Treppe, besitzt ein anderes, erst kürzlich renoviertes Hausebenfalls eine Wendeltreppe in einem Mauertürmchen.
Beachten Sie die Inschrift „Loye de Bèze 1595” oberhalb des Türsturzes des Ihnen gegenüber liegenden Hauses. Es handelt sich um das älteste Datum, welches an einem Haus von Clamecy gefunden wurde. Die Familie de Bèze ist eine große Familie aus Nièvre.
La Taverne
Rue du Pont Châtelain
Sie befinden sich jetzt vor La Taverne. Richten Sie Ihr Augenmerk auf den Balken im flämischen Stil. Die zweite und dritte Etage stammen aus der Zeit des Zweiten Kaiserreichs.
La Maison du Tisserand
Architecture du bas de la rue de la Monnaie
Gegenüber, an der Ecke der Rue Romain-Rolland und der Rue du Pont-Châtelain, befindet sich das sogenannte Weberhaus, ohne Zweifel das Malerischste in der Altstadt. Es stammt aus dem 15. Jh., wurde im Jahre 1923 unter Denkmalsschutz gestellt und besitzt im Erdgeschoss die typischen Budenfenster jener Epoche. Die Kellertür mit Rundbogen befindet sich direkt unter dem Kragstein, der die Wendeltreppe trägt. Die zweite Etage mit starker Auskragung hat einen direkten Zugang zur Treppe. Bewundern Sie die Vielfältigkeit des Fachwerks. Einige Meter weiter, in der Rue Romain-Rolland, können Sie das Geburtshaus des Schriftstellers mit seiner Gedenkplatte sehen. 2011 erhielt es das Gütesiegel„Maison des Illustres. Der große Humanist Romain Rolland ist unter anderem der Autor vonJean-Christophe undColasBreugnon.Im Jahre1916 erhielt er den Nobelpreis für Literatur für das Jahr 1915. Ein Saal des Museums, das auch Kunst- und Geschichtsmuseum Romain-Rolland genannt wird, ist ihm vollständig gewidmet.
Musée d'Art et d'Histoire de Clamecy
L'ancien canal, aujourd'hui Avenue de la République
Das Museum von Clamecy wurde im Jahre 1876 gegründet. Damals bestand es aus zwei Sälen im Rathaus und wurde später in die Caissed’Epargne verlegt. Gegen Ende der Sechziger Jahre entstand das Museum mit einem ersten Saal an der jetzigen Stelle. Seitdem wächst der Bestand der Sammlungen kontinuierlich an, namentlich mit einer Kollektion von Plakaten von Charles Loupot (der größte Bestand einer öffentlichen Sammlung), aber auch mit Möbeln und Gegenständen aus dem Besitz Romain Rollands.
Erweiterungen und Umbauten waren notwendig, um den Besuchern diese reichhaltige Sammlung in drei angrenzenden Gebäuden zeigen zu können: das Haus von Edme Courot, dem Großvater mütterlicherseits von Romain Rolland und gleichzeitig Geburtshaus von Romain Rolland und das Stadthaus des Herzogs vonBellegarde. Dieses schöne Gebäude stammt aus dem 17. Jh. mit einigen Überresten aus dem 16. Jh.
Die Wassermauer der Museumsfassade spielt auf das Erbe der Flussschifffahrt an. 1905 wurde der Clamecy durchquerende Canal du Nivernais durch die Avenue de la République ersetzt. Ein Schleusenhaus in der Höhe der Ampeln erinnert an die „schweren Boote, die von mageren, fast auf den Boden gebeugten Männern gezogen wurden“, wie Romain Rolland in seiner Voyageintérieurschreibt. Die Avenue de la République markiert auch die Grenzen der mittelalterlichen Stadt. Die Befestigungen des 11. und 12. Jh. befanden sich offensichtlich in gleicher Linie der heutigen Fassaden. In einem Mauertürmchen befindet sich die noch existierende Ausfallpforte. Ihre Restaurierung können Sie einige Meter weiter in Richtung der Ampel bewundern.
Sie befinden sich nun vor dem Centreculturel Romain-Rolland. Es handelt sich um das Hôtel More de Tannerre aus dem Jahre 1601 mit der für Bürgerhäuser typischen Anordnung von Hof und Garten. Beachten Sie das von der Straße leicht zurückgesetzte Hauptgebäude, das über eine prachtvolle Doppeltreppe zugänglich ist. Zwei Flügel vervollständigen das Gebäude und rahmen einen viereckigen und mit einem Gitter verschlossenen Hof ein. Auf der Rückseite des Hauptgebäudes befinden sich der Garten und der Gesindehof.
Genießen Sie diese ruhige und aufgrund ihrer niedrigen Häuser sehr sonnenbeschienene Straße und lassen Sie sich von ihrem einzigartigen Charakter einfangen, den man sonst nirgends in Clamecy findet. Ihr Name geht auf eine der zwei Kapellen zurück, die sich dort bis zur Revolution befanden. Zugang hatte man zu dieser Kapelle über eine kleine Steigung, an deren Anfang ein schönes Steinkreuz stand, welches heute noch existiert. Es ist das Kreuz des Heiligen Antonius. Durch das Gitter kann man den vorher erwähnten Garten des Hôtel More de Tannerremit der von Maurice de Bus gestalteten Büste Roman Rollands sehen.
Médiathèque François Mitterrand
Ancienne Ecole Royale Militaire
Weiter unten, auf Ihrer rechten Seite, befindet sich ein schönes Gebäude aus dem 18. Jh., das seit dem Jahr 1985 unter Denkmalschutz steht. Es handelt sich um die ehemalige königliche Militärschule, in der sich heute die Mediathek François-Mitterand und die Société Scientifique befinden.
Gegenüber der Caissed’Epargne befindet sich die Statue von Bat-le-Duc, dem Baumeister des Turms der Stiftskirche Saint-Martin de Clamecy. Einer lokalen Legende zufolge wurde er bei den Arbeiten an diesem Turm von einem großen Steinbrockenerschlagen. Seine Gesellen hätten daraufhin diesen für seinen Tod verantwortlichen Stein nach seinem Abbild geformt.
La maison des Chanoines
Résidence des huit Chanoines de la collégiale Saint-Martin
Am Ende dieser Straße können Sie das seit dem Jahre 1925 denkmalgeschützten Domherrenhaus sehen. Dieses große Haus aus dem 16. Jh. fällt durch seinen Turm auf, der die Form eines Taubenturms mit Schrägkanten und ein viereckiges Pyramidendach besitzt; in seinem Innern befindet sich eine Holztreppe.
Es war das Wohnhaus der acht Domherren der Stiftskirche Saint-Martin. Die Privatkapelle der Domherren im Inneren existiert noch.
L'édifice de la Caisse d'Epargne
Construite sur l'emplacement du grenier à sel
Die Caisse d’Epargne wurde im Jahre 1907 beginnend nach den Plänen des Architekten Wandelle gebaut. Dieses für die Architektur von Bankgebäuden zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr typische Gebäude entstand nach einem Modell aus dem Norden. Als Symbol für Macht und Reichtum sollten ihre massiven Steine und ihre reiche Verzierung den Einlegern ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Sie wurde an der Stelle des einstigen Salzstadels aus dem 16 Jh. erbaut.Nur eine ehemalige Galerie im Renaissancestil wurde teilweise erhalten und im Innenhof des neuen Gebäudes aufgestellt.
Das Gebäude rechts von der Caissed’Epargnean der Ecke Rue du Collège und Rue Bourgoiseist das Haus der Familievon Amédée Jullien, dem Gründer des Museums von Clamecy, der ebenfallsMaler, Kupferstecher und Geschichtswissenschaftler war.
Links gegenüber der Statue des Bat-le-Duc, richten Sie Ihr Augenmerk auf das Eckhaus mit seinen Kreuzstockfenstern und der Galerie im ersten Stock.”
Arrivée sur l'esplanade de la mairie
Où se trouve la petite tête sculptée ?
Sie befinden sich jetzt in der Rue de la Tour. Beachten Sie die Auskragungen auf beiden Seiten, den Türsturz in Kielbogenform auf der linken und den Türgiebel auf der rechten Seite.
Sie sind jetzt in der Nähe der Stiftskirche Saint-Martin. Neben Ihnen, auf einer der Fassaden der umliegenden Häuser, befindet sichein kleiner gemeißelter Kopf. Suchen Sie ihn !
La collégiale Saint-Martin de Clamecy
Construction de la collégiale
Sie befinden sich jetzt im Herzen des denkmalgeschützten Bereichs, dem aus dem Mittelalter stammenden Stadtkern. Ohne Zweifel hat dieser Bereich im Laufe der Jahrhunderte die meisten Veränderungen erfahren. Die Esplanade ist übrigens die jüngst eingerichtete Anlage. Hier findet sich sakrale gotische Architektur gleich neben bürgerlicher Architektur aus dem 19. Jh. Vor Ihnen erhebt sich majestätisch die im Jahre 1840 unter Denkmal gestellte Stiftskirche Saint-Martin. Kommen wir ein wenig auf ihre Geschichte zurück...
Im Jahr 1075 gründet der Vicomte Guy ein Kollegium mit acht Domherren und beschließt die Kirche, welche nun Stiftskirche geworden ist, zu vergrößern; seit dem Jahr 1438 ist sieSankt Martin geweiht. Ihre Erbauung auf rechteckigem Grundriss erstreckt sich vom Ende des 12. bis zum 16. Jh. Die Langwierigkeit der Arbeiten erklärt sich dadurch, dass diese nur von der Bürgerschaft finanziert wurden. Ihre Fassade wurde zwischen dem Jahr 1515 und 1520 gestaltet. Richten Sie Ihr Augenmerk auf : - den Giebel mit seinen 12 Zinnen und Spitzsäulen. - die Strebebogen im Stil der Flamboyantgotik, ein wahrhaftiges Spitzengewebe aus Stein, mit zwei falschen Türmchen, die als Gewölbepfeiler dienen. - die neogotische Fensterrose, die anlässlich der Restaurierungsarbeiten Mitte des 19. Jh. ein Kreuzfenster mit Eisenverstrebungenersetzthat. - die Fassade durchquerende Galerie im Flamboyantstil.
Bei näherer Betrachtung können Sie die Feinheit der Verzierung entdecken : - die Flügeltür mit ihren eingefassten Figuren, umrahmt zu beiden Seiten mit den delikat in Stein gemeißelten zwölf Sibyllen und Aposteln. - das vierbogige Archivolten-Portal mit seinen zweiunddreißigTafeln, die das Leben des Heiligen Martin darstellen. Der 55 Meter hohe Turm wurde zwischen den Jahren 1497 und 1515 von dem aus Clamecy stammenden Steinmetz Pierre Cuvé, dem„Bat-le-duc“, gebaut, dessen Statue Sie gegenüber der Caissed’Epargne sehen konnten. Richten Sie Ihr Augenmerk auch auf die in ihrenBögenreich verzierten Fenster, die mit einem Baldachin versehenen Mauervertiefungen, die Flamboyant-Balustrade am First und die Wasserspeier.
Die Esplanade des Rathauses befindet sich auf dem Platz der ehemaligen Burg der Grafen von Nevers, die sie im 9. oder 10. Jh. erbauen ließen.Sie wurde mehrmals umgebaut, u.a. auch, um das Gericht zu beherbergen und anschließend im Jahr 1863 zerstört. Ab dem Jahr 1859 wurde das Rathaus im Park der Burg erbaut.
Le quartier du Beuvron
Clamecy, autour de l'eau
Von der Treppe mit dem NamenVieilleRome haben Sie einen Ausblick auf das Stadtviertel Beuvron, einem Teil des roten Audio-Rundgangs, “Clamecy entlang der Wasserläufe”. Das Restaurant, das Eckhaus rechts der Treppe, ist das Geburtshaus von Gabriel Alapetite, einem großen Staatsdiener.
Er war zuerst Unterpräfekt, dann Präfekt, insbesondere in Arras, wo er einen Konflikt mit Minenarbeitern schlichten musste. Im Jahre 1918 war er erst französischer Botschafter in Spanien, dann Hochkommissar der Regierung in Elsass-Lothringenals Nachfolger von Millerand Hochkommissar und ebenfalls französischer Generalresident in Tunis.
La rue des Moulins de la Ville
Anciens moulins adossés aux murailles de la cité
Sie befinden sich jetzt in der Rue des Moulins-de-la-Ville.Hier standen die ehemaligen Mühlen von Clamecy entlang Stadtmauer; die Ausfallpforte kann man immer noch erkennen. Zu Ihrer rechten Seite können Sie die Dachgaupen mit ihren immer noch vorhandenen Flaschenzügen bewundern, die einst zum Hochziehen der Getreidesäcke dienten.
Les arcades du Petit Marché
Chaque samedi, le marché aux Halles
Beachten Sie auf Ihrer Linken die Arkaden der ehemaligen Markthallen, wo der Markt bis zum Jahre 1862 abgehalten wurde bevor er in die Markthallen des Rathauses verlegt wurde.
Claude Tillier, pamphlétaire et écrivain
Auteur de Mon Oncle Benjamin
Claude Tillier, Pamphlet und Schriftsteller, aber gleichfalls auch Journalist wurde im Jahre 1801 in Clamecy geboren. Er ist der Autor des Buches Mein Onkel Benjamin, das für das Kino verfilmt und von Jacques Brel im Jahre 1969 interpretiert wurde.
Die Büste wurde 1905 im Beisein von Herrn Bienvenu-Martin, dem Minister für öffentliche Bildung, Schöne Künste und Kultur eingeweiht.Ursprünglich befand sich das Denkmal einige Meter weiter oben.
Bei den Sanierungsarbeiten der Straße in den Jahren 2011 und 2012 wurde es versetzt und seine Springbrunnen wieder in Betrieb gesetzt.
Falls Sie Lust auf eine kleine Pause haben, halten Sie am CaféÀ Mon Oncle Benjaminan, Sie können dort illustrierende Wandmalereien aus dem Roman von Claude Tillier entdecken, die von dem lokalen Künstler Robert Pouyaudausgeführt wurden.